Raumpatrouille - Am Rande der Unendlichkeit

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 Treffen der LACERTA mit der ANTARES

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Wirich
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BeitragThema: Treffen der LACERTA mit der ANTARES   So 17 Jun 2012 - 2:27

2 Stunden später:
„Hier ist der schnelle Raumkreuzer ANTARES unter dem Kommando von Commander Ryther. Commander Wirich, wir bringen Ihnen Ihr fünftes Besatzungsmitglied. Öffnen Sie bitte einen Lancetschacht, damit wir eine Lancet zu Ihnen rüberschicken können. Ryther Ende.“

Commander Wirich antwortet von seinem Kommandantensitz aus:
,,ANTARES, hier LACERTA. Vorbereitungen sind abgeschlossen: eine unserer Lancets ist ausgeschleust und elektromagnetisch außerhalb der LACERTA an das Schiff angekoppelt, so daß Landeschacht 4 jetzt frei ist. Ihr Anflug ist freigegeben. Im Anflug sehen Sie, daß ich soeben die Landeschachtbeleuchtung für Lancetschacht 4 eingeschaltet habe. Sie können also auch gerne frei anfliegen. Ist freies Manövrieren möglich oder sollen wir Sie auf einem Landestrahl per Automatik reinlotsen?"

Es dauert einen kleinen Moment, dann antwortet Commander Ryther und seine Stimme klingt leicht amüsiert:
„LACERTA, die Pilotin will manuell anfliegen, ihr könnt euch also euren Landestrahl sparen. Die Lancet startet gleich, Ryther Ende."

Commander Wirich registriert zwar das Amüsement in Rythers Stimme, kann es aber noch nicht ergründen. Vielleicht hat es ja mit dem manuellen Anflugversuch der Pilotin zu tun? Es wird doch keine Anfängerin sein? Bloß nicht, das hätte ihm gerade noch gefehlt. Sicherheitshalber wendet er sich seiner Crew zu und sagt nur knapp:
„An alle: Volle Aufmerksamkeit!"
Dann wendet er sich wieder Commander Ryther zu und antwortet ihm:
„ANTARES, hier LACERTA, sind bereit, LACERTA Ende."





* * * * *

Daraufhin wendet er sich wieder seinen Mitfliegern, die an ihren Stationen sind, zu. Er schaut kurz zu Wunna, dann zu Otwin, der zwar nicht an seiner Station ist, sondern die Vernetzungen für die Kommando-Station zusammenbastelt und sich deshalb dort aufhält und dann geht sein Blick weiter zu Noting.
„In Ordnung, ich gehe jetzt runter zu Lancetschacht 4 und werde unsere neue Bordkameradin empfangen. Ihr 3 richtet euch ein bischen her, damit ihr ordentlich ausseht. Denkt dran, wir sind Luitwiner und sie ist das nicht. Also erschreckt sie nicht schon am Anfang. Ich will, daß die Neue anständig und freundlich empfangen wird. Keine Zoten, keine dummen Sprüche, keine Anmache. Und seid mir bloß höflich. Ist das klar?"

Die 3 Angesprochenen nicken. Das reicht Wirich in diesem Fall aber nicht. Gerade der Anfang ist für alle Beteiligten schwierig, aber zugleich auch eminent wichtig. Schon mit einer leichten Schärfe in der Stimme wiederholt er seine Frage:
„Ist das klar?

„Ja, ist klar." Das ist Noting gewesen.
„Verstanden, Chef." So antwortet Otwin.
„Jawohl, Commander." Diese Antwort, korrekt und ernst gemeint, kommt von Wunna.

Wirich schaut noch einmal zu seinen Untergebenen, dann nickt er und sagt:
„Gut, ich verlasse mich auf euch."

Eigentlich will er sich gerade nach dem Stand der anfliegenden Lancet erkundigen, bevor er die Brücke verläßt, da fügt er noch, und diesmal wieder in einem versöhnlicheren Tonfall, hinzu:
„Leute, ich weiß ja, daß es für euch ungewohnt ist. Für mich auch. Seit gut und gerne 20 Jahren fliegen wir 4 jetzt gemeinsam und nur wir 4. Dadurch sind wir zu einer Art Familie geworden, in die kaum noch jemand anderes reinpaßt.
Aber das hat sich nun geändert.
Wir fliegen keine EFRA 77 mehr, sondern einen Schnellen Raumkreuzer. Und der wird halt nun mal von mindestens 5 Mann geflogen. Ist doch auch gut für uns, das wird uns viel Arbeit sparen. Aber nur, wenn wir's gut machen und die Neue auf unser Kamderadschaftsniveau bringen können. Und dazu sollten wir gut mit ihr umgehen.
Außerdem ist sie sich sicherlich ebenfalls bewußt, daß sie in eine verschworene Gemeinschaft einbricht, der sie weder durch Leistung noch durch Dienstjahre oder zusammen Erlebtes etwas Gemeinsames anbieten kann. Sie kennt uns nicht, weiß nichts von unseren Eigenheiten, von unseren Ritualen, von unseren Gemeinsamkeiten, von unseren inneren und äußeren Verbindlichkeiten, aber auch von unseren Trennlinien usw.
Stattdessen steht sie hier erst einmal mutterseelenallein im Gegensatz zu uns Vieren.
Außer der Uniform verbindet uns bis jetzt noch so gut wie fast nichts. Das ist auch für die Neue sicherlich nicht einfach. Egal, ob sie sich das anmerken läßt oder nicht. Deshalb sollten wir sie gut aufnehmen und dann schauen wir mal, wie's weitergeht.
Aber bei allem Verständnis für die Neue. Ich will auch nicht, daß es wegen ihr zu Zerwürfnissen bei uns kommt. Wir sind wir und sie ist willkommen, aber NICHT, das betone ich hiermit ausdrücklich, um uns zu spalten. Wir sind eine verschworene Gemeinschaft und so soll's auch bleiben, alles klar?"

Diesmal antworten die 3 anderen wie aus der Pistole geschossen im Brustton ehrlicher Überzeugung:
„Jawohl, Commander!"

Zufrieden nickt Commander Wirich. Das will er hören. Vor allem, weil er seine Leute gut genug kennt, um zu wissen, daß die das auch tatsächlich so gemeint haben.





* * * * *

Gerade eben will er zu weiteren Ausführungen anheben, da kommt ihm Noting zuvor:
„Commander, die Lancet der ANTARES ist gerade aus ihrem Schacht gekommen. Sie nimmt Kurs auf uns. Ich schalte meine Optik-Anzeige auf den Hauptbildschirm - jetzt!"

Und in diesem Moment können, egal, wo auf der Brücke sie sich befinden, alle auf dem großen Hauptbildschirm sehen, wie die kleine, mit übergroßen Bullaugen übersäte, Lancet durch das All schwebend sich der LACERTA nähert. Majestätisch langsam, aber doch souverän und unbeirrt nimmt sie ihren Weg auf sie zu und es sind wunderschöne Bilder, die sich den Betrachtern bieten. Dann und wann erscheinen Lichtreflexe der weit entfernten Sonne auf den verschiedenen Scheiben des kleinen Zubringergefährts, welches dabei in seiner ganzen zerbrechlichen Schönheit erstrahlt.

Wunna wirft ganz kurz einen Blick zu ihrem Commander hinüber und dann lächelt sie - sie kennt diesen Ausdruck bei ihm, selten gesehen, doch dafür dann um so einprägsamer: Wirich's Gesicht zeigt einen fast schon selbstvergessenen Ausdruck konzentrierter Faszination, der von einer inneren Begeisterung herrührt, die ihn ganz offensichtlich ergriffen hat.
Und genau so ist es.
Seit Wirich zum ersten Mal eine Lancet im freien Flug gesehen hat, hat es bei ihm in Bezug auf diese Fahrzeuge quasi „gefunkt". Er hat viele Raumfahrzeuge kennengelernt, einige davon kommandiert und so manche auch selbst geflogen. Aber keines von ihnen hat ihn so begeistert wie diese Lancets - stabil, geräumig, so leicht zu fliegen wie kein anderes Vehikel und mit seinen zahlreichen Bullaugen unübertroffen offen mit seinem Blickangebot in die Umgebung, insbesondere das All. Das All, für das die Lancets geboren scheinen. Auch diese Lancet scheint dafür geboren, so geruhsam und doch entschlossen, sicher und stetig, wie sie konsequent ihren Weg zur LACERTA zurücklegt.

Leutnant-Commander Wunna hüstelt leise: wenn ihr Kommandeur die Neue im Landeschacht begrüßen will, dann wird es langsam Zeit, sich in Marsch zu setzen.
Commander Wirich reagiert auch sofort darauf. Es wäre sowieso nicht nötig gewesen. Er war gerade schon dabei gewesen, sich von diesem seltenen, allzu seltenen und ihn aber doch immer wieder begeisternden Anblick loszureißen. Trotzem nickt er ihr zu:
„Danke, Wunna, ich bin dann mal im Landeschacht 4. Du hast die Brücke."

„Jawohl, Commander."





* * * * *


Zuletzt von Admin am Mi 20 Jun 2012 - 6:36 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet (Grund : Titel geändert)
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BeitragThema: Re: Treffen der LACERTA mit der ANTARES   So 17 Jun 2012 - 2:31

Auf dem Weg zum Landeschacht 4 überdenkt Wirich noch die Bilder der anfliegenden Lancet.
Warum Commander Ryther auch immer amüsiert geklungen hat, es kann nicht an der fliegerischen Qualifikation der Pilotin gelegen haben. Der Anflug, soweit ihn Wirich auf dem Hauptbildschirm mitverfolgt hat, war erstklassig geflogen worden. Ganz souverän und flüssig, keine Stockungen, keine Ausbrecher, keine sichtbaren Kurskorrekturen, keine Schubprobleme - wenn sie das Landemanöver ebenso gut beherrscht, dann hat er zukünftig eine überdurchschnittlich gute Pilotin in seinen Reihen.

,Bleib sachlich', ermahnt er sich in Gedanken, ,das ist nur ein kleiner Hopser von Schiff zu Schiff, nicht mehr.'

Natürlich weiß er, daß bereits dieser kleine Hopser dem geübten Beobachter Aufschluß über den Piloten geben kann und das ist ja auch das, was er gerade macht.
Trotzdem vergißt er über die Aussagekraft der Auswertung dieses Anfluges nicht die Grenzen der Informationsbeschaffung auf diesem Weg.

Mit raschen Schritten nähert er sich seinem Ziel. Noch eine Ecke, dann ist er da: Lancetschacht 4.
Er ist gerade noch rechtzeitig gekommen, in diesem Moment senkt sich die ANTARES-Lancet in die Landeeinrichtung ab.
Wirich stellt sich in Position und holt seine Bootsmannpfeife heraus, um die Neue mit diesem terrestrischen Pfeifsignal zu begrüßen, auf das soviele Astronauten Wert legen. Anschließend wird er sie willkommen heißen und den Rest wird man dann schon sehen.



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BeitragThema: Re: Treffen der LACERTA mit der ANTARES   So 17 Jun 2012 - 2:35

„So, da sind wir, jetzt kommt die Brücke. Bereit?"
„Ja, Commander", antwortet seine Begleiterin.
„Na gut, dann wollen wir mal. Ich gehe vor, wenn es Ihnen nichts ausmacht", bietet Wirich ihr an.
„Vielen Dank", erklärt sie sich mit seinem Vorgehen einverstanden.
Wirich, der während dieses Dialogs den Brückenaufzug angehalten hat, startet diesen nun wieder.
Er kann sich auf die nun folgende Begegnung konzentrieren, schließlich sind die Lancet-Aufgaben erledigt. Die Neue war zwar selbst geflogen, hatte aber ein Besatzungsmitglied der ANTARES an Bord gehabt. Dieses hat die ANTARES-Lancet inzwischen wieder auf Kurs zurück zu ihrem Mutterschiff gebracht und folglich die LACERTA verlassen.
Jetzt setzt sich das vertikale Transportsystem des Schiffes erneut in Bewegung. Gleich darauf hält es auch schon wieder an und es schwingt die Tür auf. Wirich macht ein paar Schritte nach vorne in den Brückenraum hinein und das neue Besatzungsmitglied folgt ihm auf dem Fuße. Ihre beiden Gepäckstücke - eine große Sporttasche und einen großen Seesack - die Wirich gemäß dessen, was er über terrestrische Höflichkeitsformen gelernt hat, netterweise für sie getragen hat, läßt er im Lift stehen, diese beiden Gepäckstücke braucht sie jetzt auf der Brücke nicht und die würden da auch nur stören.

„Commander an Deck!" ruft Wunna und geht in eine gewisse Art von Habt-acht-Stellung, die einerseits Habt-acht genug ist, um den vorgeschriebenen Anforderungen Genüge zu tun und damit den geforderten Respekt zu erweisen und die aber auch gleichzeitig lässig genug ist, um nicht unterwürfig zu erscheinen. Auch die anderen tun es ihr auf vergleichbare Arten und Weisen nach.

„Kameraden", fängt Commander Wirich an, „das ist Leutnant Rodelind. Leutnant, das sind" und dabei zeigt Wirich mit knapper Geste auf die jeweilige Person, „die Leutnant-Commander Wunna, Otwin und Noting."
Alle drei nicken der Neuen freundlich zu, Leutnant Rodelind ihrerseits nickt jedem der Vorgestellten ebenfalls zu.

Trotz des freundlichen Empfangs wird der Neuankömmling von den anderen aufmerksam, wenn auch versucht unauffällig, gemustert.
Sie sehen eine Frau in den Mittdreißigern in der schlichten schwarzen Uniform der Terrestrischen Raumflotte, relativ kurz geschnittene, dunkle Haare mit rotem Glanz, große, freundlich blickende Augen in einem Gesicht mit einer ganz leicht sommersprossigen Stupsnase und einem entwaffnenden Lächeln. Eine Körpergröße von ungefähr 1,70 Metern bei - ach halt, beim Gewicht reagieren terrestrische Frauen ja manchmal etwas empfindlich, deshalb hier nun keine Gewichtsangabe - präsentiert einen nicht ganz schlanken, aber auch noch keinesfalls dicken Körper, der durch seine deutlich sichtbaren, aber definitiv nicht übertrieben großen, sondern ganz natürlich wirkenden und sich in das Gesamtbild dieser Frau einfügenden Rundungen an den richtigen Stellen auf Anhieb als weiblich zu identifizieren ist. Die Fingernägel sind relativ kurz geschnitten und offenbaren, wie auch die gesamte restliche Frau, ein sauberes und gepflegtes Äußeres, welches aber schon allein deshalb nicht übertrieben wirkt, weil sie völlig auf Schminke verzichtet hat. Und wenn sie doch Schminke aufgetragen hat, dann hat sie das so dezent und sparsam getan, daß es in der künstlichen Bordbeleuchtung ohne nähere Untersuchung nicht feststellbar ist. Sie wirkt einerseits ein bischen nervös ob der neuen und ungewohnten Situation, andererseits aber ist ein gewisses Selbstbewußtsein und eine gewisse Selbstsicherheit, gepaart mit einer relativen und immanenten Lässigkeit, die aber nichts mit Leichtsinn zu tun hat, nicht zu verkennen. Alles in allem auf Anhieb eine Frau mit einem sehr attraktiven Äußerem und mit einer sehr intensiven, sympathischen und positiven Ausstrahlung.

Leutnant-Commander Wunna runzelt leicht die Stirn.

„Leutnant Rodelind ist als Wissenschaftsoffizierin zu uns abkommandiert worden. Sie ist Trägerin mehrerer Wissenschaftspreise und Spezialistin für unbekannte Raumphänomene", fährt Wirich fort: „Hiermit heißen wir alle - und ich nun zum zweiten Mal - Sie an Bord herzlich willkommen."
„Vielen Dank Ihnen allen", antwortet Rodelind mit weicher und doch zugleich fester Stimme, deren Klang zu ihrer Trägerin paßt und von einer gewissen Einprägsamkeit ist.

„Rodelind ist ein interessanter Name", meldet sich Noting gleich zu Wort, „was ist das für ein Name?"
„Oh, das ist nett von Ihnen", reagiert Rodelind auf Notings Anfrage, „es ist ein althochdeutscher Name."
„Alt-was?" wundert sich der Luitwiner Noting vom Planeten Modolf. Auch die anderen hören interessiert zu.
„Althochdeutsch. Das heißt, daß es ein deutscher Name ist. Es gab vor über tausend Jahren ein deutsches Volk auf der Erde. Heute, da die Nationalstaaten abgeschafft sind, spielt das keine Rolle mehr. Zumal das deutsche Volk bereits vor der Abschaffung der Nationalstaaten so geschrumpft war, daß es als gemeinsames und handlungsfähiges Volk zu existieren aufgehört hatte. Jedenfalls bestand dieses ehemalige deutsche Volk aus vielen verschiedenen Stämmen und die hatten, so haben es mir meine Großeltern erzählt, verschiedene deutsche Sprachen, das waren sogenannte Dialekte. Damit die verschiedenen Deutschen sich aber trotzdem verstanden, gab es eine über all diesen Dialekten stehende, hoch über diesen Dialekten stehende, gemeinsame deutsche Sprache, die Hoch-Sprache, das Hochdeutsch. Und das veränderte sich auch im Laufe der Zeit, so daß es mit der Zeit auch ein altes beziehungsweise älteres Hochdeutsch im Vergleich zu neuerem Hochdeutsch gab. Und aus dieser älteren Zeit, der Zeit des Althochdeutschen, stammt mein Name: Rodelind, was soviel heißt wie >Die ruhmreiche Wissende<."
„Wow", atmet Noting aus, „das war ja 'ne Erklärung, Danke. Vielleicht interessiert es Sie ja, daß mein Name auch 'ne Bedeutung hat?"
„Aber sicher interessiert mich das."
Und so, wie sie das sagt, glaubt ihr jeder auf Anhieb, daß es sie tatsächlich interessiert.
,Eine Stimme ganz ohne Arg und Falsch", denkt Wirich, ,ist das antrainiert oder ist sie wirklich so?'

Eigentlich wäre es an der Zeit für Wirich, einzugreifen und die Mannschaft wieder an ihre Aufgaben zu erinnern. Aber wenn er sich umschaut und sieht, wie gespannt Wunna und Otwin das Gespräch von Rodelind und Noting verfolgen, dann drängt sich ihm auf, daß die beiden Erstgenannten vielleicht diesbezüglich noch eine Wissenslücke haben. Er selbst weiß es schon, aber anscheinend ist das den beiden anderen bisher nicht bekannt. Nun, diese paar Augenblicke, so entscheidet Wirich in diesem Moment, wird der Flottenverband schon noch verkraften und so beschließt Wirich, seiner Stellvertreterin Wunna und seinem Leitenden Ingenieur Otwin die Freude zu machen und sie erfahren zu lassen, was der Name Noting bedeutet.

„Also mein Name", so erklärt Noting nun, „ist ebenfalls alt und altüberliefert und er ist mit 2 Bedeutungen überliefert: >Der Sohn in der Not< und >Der Helfer in der Not<.
„Das ist ja wirklich interessant. Da haben Sie einen guten Namen bekommen."
„Ja", strahlt da Noting über das ganze Gesicht, „das finde ich auch. Schön, daß Sie es auch so sehen."

Nun, da das geklärt ist, nun, da das erste Eis gebrochen ist, nun, da sich diese erste Begegnung gut anläßt und bereits dazu geführt hat, daß Wunna und Wirich eine Wissenslücke schließen konnten, ist es an der Zeit, daß sich die Besatzungsmitglieder wieder auf ihre Aufgaben konzentrieren. Schließlich sind sie nicht alleine hier im Raum und sie haben Verpflichtungen.
Gerade will er das Wort ergreifen, da gibt die Funkbude Signal. Ganz automatisch wenden sich alle, außer Rodelind und Otwin, der, selten und auffällig genug, viel lieber hier oben bleiben möchte, wieder ihren Stationen zu. Wunna ist der Funkanlage am nächsten und außerdem ist sie für die interne wie externe Kommunikation zuständig, solange Noting die Astrogation macht.
„Ankommendes Signal von der ANTARES, Commander."
„Danke, durchstellen. Noting, Außenkamera auf Hauptbildschirm."
„Bild kommt."
Ruhig, geschäftsmäßig, Profis bei der Arbeit.



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BeitragThema: Re: Treffen der LACERTA mit der ANTARES   So 17 Jun 2012 - 2:42

Der Hauptbildschirm zeigt den Grund für den Anruf der ANTARES. Gerade eben verschwindet die Lancet in einem der dortigen Landeschächte. Noch einmal sieht Wirich einen Sonnenstrahl auf einem der Bullaugen des Pendelschiffes aufblitzen, dann ist es in seinem Trägerschiff verschwunden.
„LACERTA, hier ANTARES, bitte kommen." Die sonore Stimme von Commodore Ryther füllt den Raum. „LACERTA, hier ANTARES, bitte kommen."

Commander Wirich übernimmt von seiner Kommandantenstation aus die Antwort durch das Bewegen eines bestimmten Hebels: „LACERTA hört."

„Wir wollen wieder los. Ist alles in Ordnung bei Ihnen?"

„Alles in Ordnung, Commander. Leutnant Rodelind ist wohlbehalten angekommen, vielen Dank. Ihre Lancet ist ja anscheinend ebenfalls problemlos zurückgekehrt, nicht wahr? Alles Gute", antwortet Wirich.

„Vielen Dank. Ja, gute Rückkehr. Wir haben einen engen Zeitplan und starten gleich mit Hyperspace die nächste Etappe unseres Fluges. Grüßen Sie mir bitte noch den General von mir. Dann jetzt den Raumfahrergruß und gute Reise, ANTARES Ende."

„In Ordnung, auch Ihnen vielen Dank und den Raumfahrergruß und gute Reise, LACERTA Ende."
Wirich schaltet die Funkverbindung ab.



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Zuletzt von Wirich am So 17 Jun 2012 - 3:29 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Treffen der LACERTA mit der ANTARES   So 17 Jun 2012 - 2:48

Dann dreht er sich in seinem Kommandantensessel so weit, wie es nötig ist, um die Neue anzusprechen und er dann sagt er: „Sie wollen sich vielleicht frisch machen und erst einmal einrichten. Kennen Sie sich schon mit dem Grundriß aus oder soll Ihnen Noting Ihre Kabine zeigen?", fragt Wirich.

„Danke, es geht schon, ich hatte durch die ANTARES eine gute Einweisung auf Schnelle Raumkreuzer. Oder weicht die LACERTA davon ab?"

Wirich schmunzelt: „Die LACERTA weicht durch ihr Labor tatsächlich ein bischen vom Standardschema ab, aber das gilt nicht für die Mannschaftsquartiere. Wenn Sie auf der ANTARES ihre Kabine gefunden haben, dann gelingt Ihnen das auch hier. Ich habe sie mit Ihrem Namensschild versehen lassen, Sie können sie also nicht verfehlen."

„In Ordnung, dann gehe ich mal los", nickt Rodelind.



Während sie sich bereits umdreht und zum Lift gehen will, hört sie in ihrem Rücken ein Wort, welches ihr sagt, daß sie zu schnell war. Sie beißt sich gedanklich auf die Lippen, während sie stehenbleibt und sich wieder umdreht.
Das Wort ist “Halt!"
Sie schaut ihn wieder an. Soll sie sagen, daß es ihr leid tut? Wie soll sie sich jetzt, mit diesem offensichtlichen Fehler an der Backe, am besten präsentieren?



Glücklicherweise enthebt sie ihr Kommandeur von weiteren solchen Überlegungen, weil er anscheinend keine große Sache draus machen will und deshalb gleich fortfährt:
„Leutnant Rodelind, es heißt, >>Dann gehe ich los, Commander<< - Wirich betont die Rangbezeichnung nicht laut, aber eindringlich - „und", so führt er weiter aus, „nicht Sie entlassen sich hier, sondern ich entlasse Sie. Ist das verständlich?"

„Ja, natürlich, Commander." Rodelind spricht das Commander betont normal aus, um damit ihr Verständnis auszudrücken. „Es tut mir leid. Ich wollte halt meine Arbeit gut machen und deshalb keine unnötige Verzögerung verursachen."

„Ja", wirft Wirich da ein, „aber jetzt führt es zu einer Verzögerung, denn das hier kostet alles Zeit. Ich will auch gar keine Erklärung dafür hören. Sie sind Leutnant, das heißt, daß Sie die Regeln kennen. Bitte beachten Sie sie. Ich erwarte das sogar von Ihren Bordkameraden hier, die schon viel, viel länger mit mir zusammen dienen. Das Protokoll hat seine Berechtigung und es kann mithelfen, Leben zu retten. Deshalb erwarte ich im Dienst die strikte Beachtung der offziellen Vorgehensweisen. Außerhalb des Dienstes sind plumpe Vertraulichkeiten ebenfalls nicht gewünscht. Ich bin ihr verantwortlicher Kommandeur und Sie sind Ihrem Diensteid und der Treue zu Schiff und Besatzung verpflichtet. Erfüllen Sie Ihre Pflicht bis zuletzt und wir kommen gut miteinander aus. Soviel dazu. Verstanden?"

„Jawohl, Commander." Rodelind ist unaufgefordert in eine leichte Grundhaltung gegangen und sie antwortet so, wie es die Dienstvorschrift vorsieht.

Wirich läßt sie noch nicht vom Haken: „Gut, daß Sie es verstehen. Sind Sie auch damit einverstanden?"

„Jawohl, Commander." Und dann fügt Leutnant Rodeling noch hinzu: „Ich bin ein pflichtbewußter Mensch."

„Gut, schön, das zu hören." Wirich entspannt sich ein kleines bischen: „Diese Ansage ist auch deshalb wichtig, weil Sie keine Zeit haben, sich frisch zu machen oder gar erst einmal einzurichten. Es reicht nur, damit Sie Ihr Gepäck in Ihre Kabine bringen können. Wir haben hier nämlich inzwischen eine sofortige Einladung der „FETTAUGE" zu einem opulenten Mahl zwecks allgemeinem Kennenlernen. Diese Einladung gilt für alle, Sie werden ebenfalls daran teilnehmen. In einer Viertelstunde erwarte ich Sie in dem Ihnen bereits bekannten Lancetschacht 4. Wegtreten."

„Jawohl, Commander."

Wirich nickt, während er seinen Kommandantensessel schon wieder herumschwenkt in Richtung seiner Stellvertreterin. Spätestens jetzt ist für Rodelind ersichtlich, daß sie nun wirklich entlassen ist.
Als die Brückenlifttür sich hinter ihr zu schließen beginnt, hört sie noch, wie ihr Commander sagt: „Wunna, hol die ..." Dann ist die Tür zu und der Aufzug setzt sich in Bewegung.
Diesmal ist keiner dabei, der ihr Gepäck schleppt. Nicht, daß sie es erwartet hätte, nicht, daß sie es brauchen würde. Aber es war eine extrem positive Überraschung für sie gewesen, als sie erleben konnte, wie einer ihrer zukünftigen Bordkameraden - und dazu auch noch ausgerechnet ihr Commander! - sich ohne irgendwelches Federlesens ihrer Gepäckstücke bemächtigte und sie ohne zu klagen bis in den Lift schleppte. Und sie meint: „schleppte". Commander Wirich hatte sich die bis jetzt unbeantwortet gebliebene Frage nicht verkneifen können, was sie denn wohl so alles mit sich führte, bei dem Gewicht. Sie hatte gemerkt, daß er sich beim Gewicht ihres Gepäcks deutlich verschätzt hatte. Trotzdem hatte er ohne Murren, wenn auch leicht schwitzend, die selbstgewählte Aufgabe erfüllt.
Nun steht sie hier alleine im Aufzug und hat diese Schlepperei noch selbst vor sich, während die Stimme von Wirich mit seinem angefangenen Satz in diesem kleinen Vertikalbewegungsraum verklingt.



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Zuletzt von Wirich am So 17 Jun 2012 - 4:25 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Treffen der LACERTA mit der ANTARES   So 17 Jun 2012 - 2:58

So bekommt Leutnant Rodelind nicht mehr mit, wie dieser Satz ihres Commanders weitergeht:
„... Lancet 4, die wir draußen angekoppelt hatten, damit die ANTARES-Lancet unsere Verstärkung bringen konnte, rein. Wir fliegen mit dieser Lancet zum Treffen auf der „FETTAUGE". Will einer von euch fliegen? Otwin, du bist doch schon lange nicht mehr geflogen, nicht wahr?"

Otwin bestätigt diese Frage mit einem Nicken ohne große Begeisterung. Gib Otwin eine Maschine zum Warten und Basteln oder überhaupt irgendetwas Technisches und schon ist er Feuer und Flamme. Aber das Fliegen, obwohl er das als luitwinischer Astronaut natürlich gelernt hat, denn es war ein Teil der Astronautenausbildung auf Modolf, ist seine große Leidenschaft nicht geworden. Deshalb verfügt er auch von allen seinen Kamderaden hier über die wenigsten Flugstunden, nur unwesentlich mehr als das vorgeschriebene Minimum.

Noch bevor sich Wirich mit seinem nächsten Befehl festlegen kann, wer diesmal der Pilot sein soll, meldet sich Noting:
„Ich würde gerne fliegen, wenn es recht ist, Commander. Ich bin auch schon seit längerem nicht mehr richtig geflogen und da wäre dieser kleine Hopser genau richtig, damit ich nicht einroste."

Wirich vernimmt die Worte seines Astrogators. Er schaut zu Wunna und fragt:
„Irgendwelche Einwände?"

Wunna schüttelt den Kopf.

„Dann ist es entschieden, du darfst fliegen, Noting."
Wirich sieht, wie sich Zufriedenheit auf Notings Gesicht breit macht.
„Aber", so fährt Wirich fort, „das gilt nur für den Hinflug. Otwin, du machst dafür den Rückflug. Trink also nicht zuviel. Jetzt bereite das Schiff darauf vor, auf Alarmstartbereitschaftsmodus zu stehen, so daß wir alle von Bord können."

“Commander", entgegnet Otwin, „das mach ich natürlich. Aber mal ganz ehrlich, darf ich nicht hier an Bord bleiben? Ich habe noch soviel mit der Vernetzung der Systeme zu tun, da käme mir diese Gelegenheit gerade recht. Außerdem fühle ich mich nicht wohl damit, unser Schiff komplett ohne Besatzung zurückzulassen. Das ist ja schon eine phantastische Technik, aber irgendwie traue ich diesem Frieden doch nicht so. Ich weiß, daß wir noch im terrestrisch-solaren System sind, aber trotzdem..."

Mit diesen Worten beginnt eine Diskussion, die nur durch die Zeitvorgabe, die Wirich gegeben hat, ihre Begrenzung findet.

Bevor er sich darauf einläßt, erteilt Commander Wirich seiner Stellvertreterin den Befehl, die Grüße, die Commander Ryther ihnen an General McLane auszurichten aufgegeben hat, dem General per Funk zukommen zu lassen.

Dann kümmert er sich wieder um das, was sein Bordingenieur ihm da mitgeteilt hat. Denn mit diesen Bedenken, Gedanken und Gefühlen rennt Leutnant-Commander Otwin bei seinem kommandierenden Offizier offene Türen ein.
Auf ihrem alten Erzfrachter, der EFRA 77, gab es solch eine Möglichkeit alleine schon aufgrund des Fehlens einer Lancet und aufgrund des Fehlens von Möglichkeiten, im Raum außenbords zu gehen, nicht.
Die LACERTA ist auch in dieser Hinsicht eine deutliche Weiterentwicklung der Möglichkeiten, die sich den 4 Luitwinern mit ihrem neuen Schnellen Raumkreuzer bieten. Und obwohl sie gelernt haben, was zu tun ist, fühlen sich eigentlich alle 4 mit dieser speziellen Zusatzmöglichkeit nicht unbedingt wohl.

Trotzdem gibt es eigentlich nichts zu diskutieren, denn die Einladung ist ausgesprochen und die Anweisung, das Schiff auf Alarmstartbereitschaftsmodus zu schalten und sich dann zur Festivität einzufinden, besteht unverändert. Befehl ist Befehl, Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Und manchmal führt der Befehl im Dienst zum Schnaps.

Vor allem aber kann man keinen Gehorsam erwarten, wenn man selbst ungehorsam ist. Deshalb bereiten sie das Schiff und sich selbst entsprechend vor und dann treffen sie sich bei der 4. Lancet.



* * * * *


Zuletzt von Wirich am So 17 Jun 2012 - 3:36 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Treffen der LACERTA mit der ANTARES   So 17 Jun 2012 - 3:12

Hier, bei der 4. Lancet, ist es dann soweit, daß die Diskussion, die Otwin angeleiert hat, Früchte trägt.
Commander Wirich kann es nicht verantworten, offen gegen diesen Einladungsbefehl zu verstoßen.
Erst recht kann er seinen Leuten, die ja aufgrund der bisherigen Unterbesetzung bereits über Gebühr im Einsatz gewesen sind und das auch immer noch sind, solange die Neue nicht ihre Bordarbeit aufgenommen hat, diese Gelegenheiten nicht wegnehmen.

Die Gelegenheit, gut zu essen, richtiges Essen und Trinken, nicht nur die Bordrationen.
Die Gelegenheit, etwas Abwechslung zu genießen.
Die Gelegenheit, etwas zu feiern.
Die Gelegenheit, neue Eindrücke zu sammeln.
Die Gelegenheit, all ihre Kameradinnen und Kameraden von den anderen Schiffen persönlich kennenzulernen, Kontakte herzustellen, Kontakte, die vielleicht irgendwann einmal über Leben und Tod entscheiden können, auf jeden Fall aber die Lebensqualität deutlich verbessern können.
Die Gelegenheit, die bisher nur unpersönlichen, technisch übertragenen Stimmen aus irgendwelchen Lautsprechern nun lebendigen Wesen, seien es Menschen, Chromanerinnen, Arretaner oder sonstwer, zuzuordnen.
Die Gelegenheit, die „hohen Tiere", die Entscheidungsträger, die Verantwortlichen für Wohl und Wehe dieser Mission, die letzen Endes Verantwortlichen über Leben und Tod der Beteiligten, persönlich kennenzulernen, sich ein eigenes Bild machen zu können.
Die Gelegenheit, sich der Flotte auf eine Art und Weise anzunähern und anzuschließen, auf eine Art und Weise ein Teil dieses Flottenverbandes zu werden, wie es ohne persönliche Kontakte einfach nicht möglich ist.

Nichtdestotrotz geht es ihm wie Otwin, aber auch wie Wunna und Noting - auch er verabscheut es, die LACERTA komplett alleine zu lassen.
Deshalb einigen sich die 4 auf ein eigenes System.
Es werden immer nur 3 - nein, mit der Neuen nunmehr 4 - von ihnen auf der Feier sein, während einer von ihnen als Bordwache an Bord bleibt.
Jede volle Stunde wird der an Bord verbliebene Kamerad abgelöst und während nun der Bordkamerad zur Feier fliegt, nimmt seine Ablösung ihren Platz an Bord der LACERTA ein.

Sie sind sich einig, daß sie, quasi als eine Art Willkommensgeschenk, die Neue bezüglich dieser Regelung außen vor lassen. Rodelind soll von Anfang bis Ende unbehelligt von dieser LACERTA-spezifischen Vorgehensweise feiern und sich einleben können. Schlimm genug, daß sie kaum Zeit haben wird, sich an Bord zu akklimatisieren, denn die Mission läuft schon und dank Braun-Springer hat sie nun eben so gut wie kaum eine Eingewöhnungszeit zur Verfügung. Da soll sie wenigstens diesen ersten Tag so gut wie möglich genießen können.

Diese spezielle Vorgehensweise zur Sicherung des Schiffes läßt sich tatsächlich auch mit der Bordarbeit begründen, von der gibt es mehr als reichlich, aber genausogut mit dem Unbehagen, die LACERTA völlig allein dem Weltraum zu überlassen.
Commander Wirich und seine Luitwiner haben ja schon erlebt, wie sich aufgrund eines plötzlich auftretenden, bisher nicht geklärten, Raumphänomens innerhalb von Sekundenbruchteilen eine Situation und sogar komplette Lebensläufe schlagartig einschneidend verändern können.

Die Reihenfolge der Bordwachen ist schnell festgelegt: die erste Stunde bleibt Otwin an Bord, er wird abgelöst von Noting, dann folgt Wunna und schließlich Wirich.
Sollte es erforderlich sein, beginnen die 4 mit eben dieser Reihenfolge von vorn.
Sollten sich notwendige Reihenfolgenänderungen ergeben, beispielsweise aufgrund von Kommandeursgesprächen, so werden die notwendigen Änderungen kurzfristig abgesprochen und flexibel gehandhabt.

Wirich kann diese Lösung zwar theoretisch auch befehlen, aber das ist nicht seine Art.
Es ist genug Zeit vorhanden, keine Gefahr im Verzug und außerdem eine durchaus massive Maßnahme, ein Festessen zu unterbrechen für einen langweiligen Bordwachendienst, der noch dazu im Ursprungsbefehl nicht vorgesehen ist.
Deshalb wahrt Wirich zwar scheinbar die Kommandostruktur, indem er schlußendlich die entsprechenden Anordnungen gibt, jedoch erteilt er diese Befehle erst, nachdem er sich mit seinen Leuten abgesprochen hat und sie sich gemeinsam über ihr Vorgehen geeinigt haben.

Pünktlich trifft auch die Neue, Leutnant Rodelind, bei der Lancet 4 ein und gemeinsam betreten sie das kleine, aber leistungsstarke und ansprechende, Wirich sogar begeisternde, Zubringerschiff.
Otwin, der sie zu Lancetschacht 4 begleitet hat, bleibt, wie besprochen, auf dem Schiff zurück, er wird nach dem Anbordgehen der anderen auf die Brücke gehen.

Der Start, nach den üblichen Startvorbereitungen, zu denen auch die Systemüberprüfungen gehören, verläuft problemlos und kurz darauf landet Noting das Gefährt sicher und einwandfrei auf der „FETTAUGE".



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Treffen der LACERTA mit der ANTARES
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